Schernecker Trikots für Kap Verde -Neue Presse Coburg-

Auf den Kapverdischen Inseln wird jetzt in Trikots des TSV Scherneck gespielt.

Abseits der Touristenpfade zeigen sich die Kapverdischen Inseln als karges und armes Land. Ein Coburger Ehepaar nutzt seinen Urlaub, um Kindern eine Freude zu bereiten.

Von Steffi Wolf

Coburg –
Ihr Gepäck hatte Aufsehenerregende Maße: „Beim Einchecken am Flughafen hat man uns mehrfach angesprochen, ob wir auswandern wollen“, erinnert sich Walter Sosniok.
Mit 80 Kilo Kinderkleidung und Fußballschuhen, verteilt auf mehrere Taschen, treten er und seine Frau Manuela Ende Juli ihre Reise auf die Kapverdischen Inseln an. Es soll ein zehntägiger Urlaub werden – aber auch eine Unterstüt- zung für die Kinder vor Ort. „Als wir uns im Vorfeld der Reise über die Kapverdischen Inseln infor- miert haben, sind wir auf einen Spendenaufruf eines deutschen Auswandererpärchens aufmerksam geworden“, erzählt Walter Sosniok.
Frank und Andrea aus Hannover, die seit nunmehr fünf Jahren auf der Insel leben und dort Touren anbieten, sammeln Kinderkleidung und vor allem Fußball- Shirts und Schuhe für die dort leben- den Jugendlichen. „Fußball ist ein Riesenthema auf der Insel. Alle Jungs sind davon begeistert und spielen in Sandalen und Flip Flops auf Kunstrasen.“
Um den kleinen Bewohnern eine Freude zu bereiten, starten Manuela Sosniok und ihr Mann einen Spendenaufruf beim TSV Scherneck, wo Walter Sosniok seit 2008 in der Karateabteilung engagiert ist. „Die Resonanz war sofort riesig. Wir haben Unmengen an Trikots, Schuhen und Kleidung bekommen. Und das alles in neuwertigem Zustand“, erzählt er.

Auf den Kapverdischen Inseln wird jetzt in Trikots des TSV Scherneck gespielt.
Auf den Kapverdischen Inseln wird jetzt in Trikots des TSV Scherneck gespielt.

Vier Wochen vor Abflug beginnt Manuela Sosniok auf der heimischen Adresse die Fußballschuhe zu schrubben. „Am Ende war unser ganzes Wohnzimmer voll mit Spenden.“ Auch Medikamente und Hygieneartikel werden gesammelt. „Die Europa-Apotheke hat uns mit Tabletten und Salben unterstützt. Außerdem hatten wir gut 100 Zahnbürsten und Zahncreme im Gepäck.“
Denn gerade auch die medizinische Versorgung sei auf den Kapverdischen Inseln mangelhaft. „Wer ernsthaft erkrankt, muss umgehend nach Gran Canaria ausgeflogen werden“, weiß der Coburger.
Als die Sosnioks dann von München aus Richtung Urlaubsziel aufbrechen, sind sie froh, endlich im Flieger zu sitzen. „Der Transport des Gepäcks war anstrengend. Man reist nicht oft mit so vielen Koffern.“Weitere Spenden der Barmer, von SBJ Weiden sowie dem Kommissariat 7 der Polizei Coburg (hier arbeitet Manuela Sosniok) lassen das Gepäckvolumen noch einmal ansteigen. „Die Fluggesellschaft ist uns allerdings entgegen gekommen. Für Spendengepäck muss weniger gezahlt werden“, so Sosniok.

Für Manuela Sosniok (Mitte) gab es als Dankeschön einen Tanz.
Für Manuela Sosniok (Mitte) gab es als Dankeschön einen Tanz.

Die Strapazen im Vorfeld sind allerdings schnell vergessen als die Coburger wenige Tage nach ihrer Ankunft mit den Auswanderern Frank und Andrea die Geschenke verteilen. Erst in der Hauptstadt Praia, beim Verein „Académica“ („dort spielen jetzt komplette Fuß- ballmannschaften mit Trikots aus Scherneck“) und später in Bofareira, einem 145-Seelen-Ort „in dem bei unserem Besuch fast jeder Bewohner auf der Straße war“, erinnert sich der 66-Jährige.
Als Dankeschön bekommen die Gäste aus Deutschland eine Gesangseinlage von den Kindern. „Es wurde getanzt, gelacht und wir alle hatten großen Spaß. Wie sie sich über die Sachen gefreut haben, das war einfach wunderschön“, so Sosniok.

Endlich richtige Fußballschuhe.
Endlich richtige Fußballschuhe.
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