German Open -Bericht in der Neuen Presse Coburg-

German Open -Bericht in der Neuen Presse Coburg-

São Paulo – Okinawa – Coburg

Von Michael Döhler

Die Premier League im Karate macht Ende September Station in der Vestestadt. Der TSV Scherneck richtet in der HUK-Arena die German Open aus.

Coburg/Scherneck/Untermerzbach
Nur noch vier Wochen sind es hin bis zu einem neuem Sport-High-light neben Handball, Volleyball oder Basketball in der HUK-Coburg-Arena. Am Wochenende 26./27. September wird der TSV Scherneck mit seinem Karate-Abteilungsleiter Walter Sosniok an der Spitze die diesjährigen „German Open“ auf der Lauterer Höhe ausrichten. Bis gestrigen Montag waren über das Meldesystem„Sportdata“ beim Karate-Weltverband mit Sitz in Madrid bereits 261 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 37 Nationen für diesen Top-Event gemeldet, dazu 56 Internationale Kampfrichter und 19 Offizielle.„Wir rechnen am Ende mit 800 Startern aus 50 bis 60 Nationen“,schätzt Wolfgang Weigert. Der Präsident des Deutschen Karate-Verban-des (DKV) überzeugte sich bei einer Stippvisite in der Vestestadt vom Stand der Vorbereitungen. Dass der TSV Scherneck mit seinen engagierten Mitgliedern erneut einen internationalen Top-Wettkampf wie diesen stemmen wird, daran hat der 61-Jährige aus Donaustauf keinen Zweifel: „Es wären auch andere Bewerber dagewesen. Aber wenn Walter Sosniok und der TSV rufen, fällt selbst das kleine Manko der relativ großen Entfernung zum nächsten größeren Flughafen nicht mehr ins Gewicht“, verweist Weigert lachend auf die gute Reputation der Oberfranken als zuverlässige Ausrichter.

Phalanx der Weltstädte

Und: „Damit reiht sich Coburg in die Phalanx großer Weltstädte ein, die Stationen der ‚Karate One‘ sind. Die German Open sind in diese Premier League unserer Sportart aufge-nommen worden“, erklärt der DKV- Präsident.
São Paulo, Sharm el Sheikh, Dubai, Okinawa, Paris und Istanbul sind weitere Wettkampf-Stationen der Tour, zu denen die Verbände aus der ganzen Welt zumeist ihre Nationalmannschafts-Athleten entsenden. „Sogar ein Karateka aus Trinidad und Tobago hat gemeldet. Ob er tatsächlich auch kommt, werden wir sehen“, ist Chef-Organisator Walter Sosniok bereits gespannt auf das bunte Teilnehmerfeld. Interessant werde für europäische Zuschau- er beispielsweise auch sein, wie – wenn alles klappt – Kopftuch-Trägerinnen Karate-Kämpfe bestreiten: „Zu unserer Überraschung haben auch sechs Teilnehmerinnen aus dem Iran zugesagt. Wir hoffen, dass sie die nötigen Reise-Visa bekommen“, sagt Sosniok. Generell habe sich die Visa-Problematik, aufgrund verschiedener Krisenherde in der Welt, bei internationalenWettkämpfen verschärft, ergänzt Weigert. Doch ganz egal wer am letzten September-Wochenende in Coburg antreten wird – der 66-jährige Bundeskampfrichter und Internationale Kampfrichter Sosniok wird mit seinen Helfern alles versuchen, um den Gästen beste Bedingungen zu bieten.
Vom Shuttle-Service zum Nürnberger Flughafen bis hin zu möglichst optimalen Trainingsbedingungen und Unterkünften. „Das Sportamt Coburg und das Tourismus-Büro Coburg unterstützen uns vorbildlich“, lobt der Träger des 6. Dan.
Auch für den Event selbst ist alles gerichtet: „Vom TSV Scherneck werden von den 700 Mitgliedern nahezu alle mit anpacken.

Unterstützt werden wir auch vom befreundeten Karate-Dojo Untermerzbach. Die bereiten sich damit auch schon auf ihren eigenen Wettkampf vor, wenn sie eine Woche später in Ebern die bayerische Karate-Meisterschaft für Kinder und Schüler austragen.“ Im Rahmen dieser Meisterschaft in Ebern wird zudem die Bavarian Open für Menschen mit Behinderungen ausgetragen, verweist Sosniok auf das Thema Inklusion im Karatesport und die Rolle, die Bayern, mit mehr als 40 000 Mitgliedern stärkster deutsche Landesverband im DKV, dabei spielt – quasi nach dem Motto „Von Bayern zu Olympia“.
DKV-Präsident Weigert freut sich, dass die World Karate Federation im Juni dieses Jahres einen großartigen Erfolg feiern konnte: Der Vorstand des Internationalen Paralympischen Komitees erkannte Karate als 30. Sportart  in der paralympischen Familie an.

Von Bayern aus

Der Weg dahin sei vor acht Jahren in Bayern, während der ersten Bavarian Open für Menschen mit Behinderungen, eingeschlagen worden, so Weigert. Damals habe der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes und aktuelle Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Dr. Thomas Bach, zusammen mit dem WKF-Präsidenten Antonio Espinós diesen Event mit großer Begeisterung verfolgt.
2014 wurden dann im Rahmen derWM der Senioren in Bremen die ersten Karate- Weltmeisterschaften für Menschen mit Behinderungen ausgetragen.

Eine der deutschen Hoffnungen bei den German Open in Coburg: Jonathan Horne, der bei den Europaspielen 2015 in Baku Silber holte (hier rechts im Finalkampf gegen den Türken Enes Erkan). Foto: Maxim Shipenkov

Weigert wie Sosniok hoffen, dass von bayerischem Boden in Coburg aus eine weiterer Funke für eine weltweite Initialzündung überspringt. Das japanische Entscheidungs-Komitee wird Ende September festlegen, ob es Karate für die dortigen Olympischen Spiele 2020 – neben Baseball, was angesichts der dortigen Medienpräsenz als sicher gilt – als zweite neue Olympische Disziplin nominiert.
Weltklasseleistungen in Coburg, die der spanische WKF-Präsident Espinós in der HUK-Arena persönlich begutachten wird, wären für jenen eine weitere Argumentationshilfe in Tokio.
Deutsche Hoffnungen bei den Wettkämpfen in Coburg sind der amtierende Kata-Vizeweltmeister Ilja Smorguner aus München, Mannschafts Vizeweltmeister Heinrich Leistenschneider aus Straubing und allen voran der 26-jährige Jonathan Horne aus Kaiserslautern. Der sorgte erst jüngst im Juni bei den Europa- spielen in Aserbaidschan im Kumite bei den Herren im Schwergewicht mit seiner Silbermedaille für einen hervorragenden Erfolg für die Nationalmannschaft.

Update:
Anmerkung des Webmasters: Der Bericht wurde Anfang September veröffentlicht.
Mittlerweile haben sich 719 Athleten aus 56 Nationen angemeldet.

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