Pressespiegel vom 25./26.04.2008

Walter Sosniok:
“Entsorgung” nach über 35 Jahren Einsatz für die Karateabteilung des SV Hut in Coburg

NEUE PRESSE Coburg vom Freitag 25.04.2008

UNGEREIMTHEITEN BEIM SV HUT

Walter Sosniok droht Rausschmiss
Von Mathias H. Walther
Coburg : Es ist Feuer unter dem Dach der SV Hut. Kein kleines. Es könnte sich zum Flächenbrand in Oberfrankens Karatewelt ausbreiten. Als „Brandstifter“ wird der einstige Vorzeigeathlet Coburgs, der Karate-Trainer Walter Sosniok, genannt. Ihm droht heute Abend, auf der außerordentlichen Jahresversammlung des Sportvereins, ein Rausschmiss mit Schimpf und Schande. Vorsichtshalber hat er bereits seine Mitgliedschaft aufgekündigt.
Was ihn allerdings nicht hindert, im Internet weiterhin unter der Flagge der SV Hut zu segeln und für seine Karateschulungen in Witzmannsberg zu trommeln. Ungeklärt ist, wie er an die Domain gekommen ist. Bei Denic, die deutschlandweit Webseiten registrieren, heißt es nur, es läge eine rechtmäßige Übertragung mit Unterschrift vor – von Sosnioks ehemaliger Gefährtin M. S. Die freilich will sich, von der Kripo dazu befragt, jetzt an derartiges nicht mehr erinnern.
Hinzu kommen „Unregelmäßigkeiten“ bei der Kassenführung, bei der Mitgliedermeldung, Versuch der Mitgliederabwerbung, und, und, und . . . Beim BLSV ist man entsetzt, Gerald Kastner, designierter Vorsitzender des Vereins sieht viel Arbeit auf sich zukommen. Walter Sosniok: „Ich kann das Gegenteil beweisen“.

NEUE PRESSE Coburg vom Samstag 26.04.2008

KÜNDIGUNG AKZEPTIERT

SV Hut beendet Ära Sosniok
Von Mathias H. Walther
Coburg : Nach rund sechs Wochen unter kommissarischer Leitung hat der SV Hut seit gestern eine neu gewählte Vorstandschaft und die Ära Walter Sosniok beendet. Und das völlig unspektakulär. Der einstige Karatetrainer des Vereins hat seine Mitgliedschaft zum 31. März 2008 aufgekündigt, der neue Vorstand hat dies nun akzeptiert.
Nach gesicherten Informationen der Neuen Presse hatten die Anwälte von Walter Sosniok und des SV Hut im Vorfeld der Mitgliederversammlung eine Klarstellung vereinbart. Danach hatte der Jurist des Vereins zugesagt, eindeutig darzulegen, „dass Walter Sosniok mit den Unregelmäßigkeiten im SV Hut Coburg nichts zu tun hat“.
Zwar ist das in dieser Klarheit nicht ausgesprochen worden, es wurde den rund 60 anwesenden Mitglieder jedoch in einem Fünf-Minuten-Statement durch den später zum Vorsitzenden gewählten Gerald Kastner dargelegt, man habe sich mit Sosniok geeinigt und damit sei „die Kuh vom Eis“. Ein Strafausschluss des Athleten sei nicht mehr notwendig.
Zur Sprache kamen im offiziellen Teil der Veranstaltung auch nicht die anderen Unstimmigkeiten, die bei der Überprüfung der Bücher durch die seit einigen Wochen amtierende neue Leitung des Karate- Dojo auffielen. So hatte die Ebbe in der Kasse Anlass zu einem Schreiben an den Bayerischen Karatebund gegeben, in dem um eine finanzielle Unterstützung gebeten wurde. In der ordentlichen Mitgliederversammlung am 14. März war darüber noch ausführlich gesprochen worden. Was letztlich der Auslöser für die Auseinandersetzung war, die jetzt über Anwälte abgewickelt worden ist.
Von Mitgliedern der Karateabteilung wird – wenn inzwischen auch hinter vorgehaltener Hand – darauf verwiesen, dass man „auf der Hut“ überdurchschnittlich hohe Mitgliedsbeiträge gezahlt habe. Deshalb könne man sich nicht erklären, wie es zu der Kassenflaute habe kommen können. In diesem Zusammenhang scheint vermutlich auch die Ankündigung Gerald Kastners zu stehen, der „Fall Marion Schmalenberg“ werde weiter behandelt. Diese war dem Vernehmen nach mit der Führung der Dojo-Kasse betraut. Schmalenberg ist bereits seit Jahresbeginn nicht mehr Mitglied beim Sportverein Hut Coburg. Sie hat von sich aus zum 1. Januar 2008 gekündigt. Von ihr erhofft man sich nun Aufschluss über „diverse Unstimmigkeiten und Besonderheiten“ zu erhalten.
Er hoffe, so Kastner, dass in der Karate-Abteilung der SV Hut nun Ruhe einkehre und ein neuer Anfang gemacht werden könne. Unstimmigkeiten, wie sie in der Vergangenheit aufgetreten sind, solle es künftig nicht mehr geben. Man werde mit neuen Personen neue Strukturen einführen und leben. Dafür wolle er selbst sorgen und „künftig, wenn nötig, auch mit eisernem Besen kehren“.
Mit dieser Maxime stellte sich Kastner schließlich zur Vorstandswahl (auf der ordentlichen Hauptversammlung im März hatte sich niemand gefunden, die Nachfolge von Thomas Baumann anzutreten) und wurde einstimmig in dieses Amt gewählt. Sein Stellvertreter ist Thomas Eschenbacher. Zu weiteren Vorstandmitgliedern wurden Günther Filberich, Sabine Trommer, Otto-Bernd Langbein, Jutta Geiger und Andreas Randys von den Mitgliedern gewählt.

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